Psyche, Schlaf & Stress

Kältekammer bei depressiver Verstimmung: Ein Ratgeber

Wenn die Lebensfreude schwindet, suchen viele nach Wegen, Körper und Geist zu stärken. Eine Kältekammer kann ein Baustein sein.

KI-generiertKältekammer bei depressiver Verstimmung: Ein Ratgeber – KI-generiertes Symbolbild
Kältekammer bei depressiver Verstimmung: Ein Ratgeber. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person oder Behandlungssituation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act).

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Helga Maria Freitag, Gründerin und Podologin in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie

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Wenn der Alltag zur Last wird

Der Wecker klingelt, doch Du fühlst keine Energie, den Tag zu beginnen. Die Freude an Hobbys, die Dich früher begeistert haben, ist verflogen. Gespräche mit Freunden fühlen sich anstrengend an, und selbst kleine Aufgaben türmen sich zu unüberwindbaren Bergen auf. Ein grauer Schleier scheint über allem zu liegen. Diese Beschreibung ist vielen Menschen vertraut, die eine Phase der depressiven Verstimmung erleben. Es ist mehr als nur ein schlechter Tag oder vorübergehende Traurigkeit. Es ist ein Zustand der tiefen Erschöpfung und Freudlosigkeit, der den Alltag durchdringt und die Lebensqualität spürbar einschränkt. In solchen Phasen suchen Betroffene nach Wegen, wieder Tritt zu fassen und die eigene Resilienz zu stärken. Neben etablierten Wegen kann auch die gezielte Anwendung von intensiven körperlichen Reizen, wie sie bei der Ganzkörperkältetherapie erfahren wird, ein unterstützender Impuls sein.

Dieser Artikel beleuchtet das komplexe Bild der depressiven Verstimmung und erklärt, wie eine Kälteanwendung bei uns in Memmingen als komplementäre Maßnahme in ein Gesamtkonzept zur Förderung des Wohlbefindens integriert werden kann. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern möchte Dir fundierte Informationen und eine neue Perspektive aufzeigen.

Die vielen Gesichter der Niedergeschlagenheit

Eine depressive Verstimmung, oft auch als subklinische Depression bezeichnet, bewegt sich in einem Spektrum. Sie ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einer schweren klinischen Depression, kann aber deren Vorstufe sein oder ähnliche Symptome in abgeschwächter Form aufweisen. Typischerweise hält der Zustand über Wochen oder Monate an und ist durch eine Kombination verschiedener Beschwerden gekennzeichnet:

  • Anhaltend gedrückte Stimmung: Eine fast ständige Traurigkeit, Leere oder Reizbarkeit.
  • Verlust von Interesse und Freude (Anhedonie): Aktivitäten, die früher Spaß gemacht haben, verlieren ihren Reiz.
  • Antriebslosigkeit und erhöhte Ermüdbarkeit: Schon kleinste Anstrengungen kosten enorme Überwindung.
  • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder ein übermäßiges Schlafbedürfnis.
  • Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten: Alltägliche Planungen oder das Verfolgen eines Gesprächs fallen schwer.
  • Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuld: Negative Gedanken über die eigene Person und die eigenen Fähigkeiten.
  • Körperliche Beschwerden: Unspezifische Schmerzen, Magen-Darm-Probleme oder ein ständiges Gefühl der Anspannung.

Diese Symptome sind keine Zeichen von persönlicher Schwäche. Sie sind Ausdruck eines komplexen Ungleichgewichts, das sowohl psychische als auch körperliche Ursachen hat. Die Abgrenzung zu einer manifesten Depression, die einer spezifischen medizinischen Behandlung bedarf, ist fließend und muss zwingend durch eine Ärztin, einen Arzt oder einen Psychotherapeuten erfolgen. Eine Selbstdiagnose ist hier nicht zielführend. Die Anwendung einer Kältekammer bei uns ist eine reine Wellness- und Regenerationsmaßnahme, die ein ärztlich betreutes Konzept begleiten, aber niemals ersetzen kann.

Ursachen: Ein komplexes Zusammenspiel

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass eine depressive Verstimmung selten eine einzige Ursache hat. Vielmehr handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem biologische, psychische und soziale Faktoren ineinandergreifen.

Auf neurobiologischer Ebene spielen Botenstoffe im Gehirn, die Neurotransmitter, eine zentrale Rolle. Ein Ungleichgewicht von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin wird seit Langem mit Stimmungsschwankungen in Verbindung gebracht. Diese Botenstoffe regulieren nicht nur unsere Emotionen, sondern auch Schlaf, Appetit und Antrieb.

Chronischer Stress ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Anhaltende Belastung im Beruf oder im Privatleben führt zu einer dauerhaften Aktivierung der körpereigenen Stressachse. Dies resultiert in einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, was langfristig die Funktion von Hirnarealen beeinträchtigen kann, die für die Stimmungsregulation wichtig sind.

Zunehmend rückt auch die Bedeutung von chronischen, niedrigschwelligen Entzündungsprozessen im Körper in den Fokus der Forschung. Man spricht hier von "low-grade inflammation". Es wird vermutet, dass diese stillen Entzündungen die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger machen und die Neurotransmitter-Balance stören können. Eng damit verbunden ist das Konzept des oxidativen Stresses, bei dem ein Übermaß an freien Radikalen die Zellen schädigt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass gezielte Kälteanwendungen helfen könnten, Marker für oxidativen Stress bei gesunden Personen zu reduzieren [8]. Ob dieser Effekt auch bei Menschen mit depressiver Verstimmung eine Rolle spielt, ist Gegenstand von Überlegungen.

Nicht zuletzt prägen persönliche Erfahrungen, genetische Veranlagung und soziale Unterstützung oder deren Fehlen die individuelle Anfälligkeit für depressive Phasen. Es ist dieses komplexe Geflecht, das eine pauschale Lösung unmöglich macht und stattdessen einen ganzheitlichen Ansatz erfordert.

Ärztliche Diagnose und etablierte Behandlungswege

Wenn Du Dich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennst und Dein Leidensdruck hoch ist, ist der erste und wichtigste Schritt der Gang zu Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt. Sie können eine erste Einschätzung vornehmen, körperliche Ursachen für die Symptome (wie eine Schilddrüsenunterfunktion) ausschließen und Dich bei Bedarf an Fachärztinnen für Psychiatrie oder psychologische Psychotherapeuten überweisen.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel über ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und standardisierte Fragebögen. Hierbei werden Art, Dauer und Schwere der Symptome erfasst, um das Beschwerdebild genau einzuordnen.

Die etablierten Säulen der Behandlung einer diagnostizierten Depression sind Psychotherapie und, je nach Schweregrad, eine medikamentöse Therapie. In der Psychotherapie, beispielsweise der kognitiven Verhaltenstherapie, lernst Du, negative Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern sowie neue Verhaltensweisen zu etablieren. Antidepressiva greifen in den Stoffwechsel der Neurotransmitter im Gehirn ein und können helfen, das biochemische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ergänzend dazu haben sich weitere Bausteine als sehr wirksam erwiesen:

  • Regelmäßige Bewegung: Sport und körperliche Aktivität wirken nachweislich stimmungsaufhellend.
  • Achtsamkeit und Entspannungstechniken: Methoden wie Meditation oder Yoga helfen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und den Körper bewusster wahrzunehmen.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine nährstoffreiche Kost unterstützt die Funktion von Gehirn und Körper.
  • Strukturierter Tagesablauf: Feste Routinen geben Halt und wirken der Antriebslosigkeit entgegen.

In dieses multimodale Konzept kann sich eine unterstützende Maßnahme wie die Ganzkörperkältetherapie einfügen. Sie ist kein Ersatz für die genannten Therapien, sondern kann als ein zusätzlicher, körperorientierter Impuls verstanden werden, der auf physiologischer Ebene ansetzt.

Der Kältereiz als Impuls: Wie Ganzkörperkältetherapie unterstützen kann

Stell Dir vor, Du betrittst für rund drei Minuten eine Kammer mit trockener Kälte von minus 110 Grad Celsius. Was passiert in Deinem Körper? Der extreme, aber kurze Temperaturreiz löst eine Kaskade von physiologischen Reaktionen aus, die für Menschen mit depressiver Verstimmung von Interesse sein könnten.

Zunächst ziehen sich die oberflächlichen Blutgefäße in der Haut zusammen, um den Körperkern vor dem Auskühlen zu schützen. Das Blut wird ins Körperinnere zentralisiert. Wenn Du die Kammer verlässt und Dich wieder der normalen Umgebungstemperatur aussetzt, weiten sich die Gefäße schlagartig. Das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut durchflutet das Gewebe, was viele unserer Gäste in Memmingen als ein intensives, prickelndes und wärmendes Gefühl beschreiben.

Die Forschung beschäftigt sich mit mehreren Hypothesen, wie dieser intensive Reiz die Stimmung beeinflussen könnte. Eine zentrale Annahme betrifft die Ausschüttung von Neurotransmittern. Der Kälteschock könnte die Freisetzung von Noradrenalin und Endorphinen anregen [3]. Noradrenalin ist ein Botenstoff, der für Wachheit, Aufmerksamkeit und Antrieb von Bedeutung ist. Endorphine sind körpereigene Opioide, die schmerzlindernd wirken und ein Gefühl des Wohlbefindens erzeugen können. Dieser kurzfristige "Reset" des neurochemischen Systems könnte die oft beschriebene unmittelbare Wirkung erklären: Viele Nutzer berichten von einem Gefühl der mentalen Klarheit, einer gesteigerten Energie und einer aufgehellten Stimmung direkt nach der Anwendung.

Ein weiterer möglicher Mechanismus ist die Beeinflussung von Entzündungsprozessen. Wie bereits erwähnt, werden chronische Entzündungen mit depressiven Symptomen in Verbindung gebracht. Regelmäßige Ganzkörperkälteanwendungen können nachweislich die Konzentration von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) im Blut senken und gleichzeitig die Produktion von entzündungshemmenden Zytokinen anregen [6]. Dieser antientzündliche Effekt, der vor allem im Sport zur Regeneration genutzt wird, könnte auch für das psychische Wohlbefinden relevant sein.

Die Ganzkörperkältetherapie ist ein starker Reiz für das autonome Nervensystem. Sie aktiviert kurzfristig den Sympathikus ("Kampf-oder-Flucht"-Modus), führt aber in der Folge oft zu einer tiefen parasympathischen Entspannungsreaktion ("Ruhe-und-Verdauungs"-Modus). Diese Regulierung des vegetativen Nervensystems kann helfen, das Gefühl von innerer Unruhe und Anspannung zu reduzieren.

Was die Forschung zeigt

Die wissenschaftliche Untersuchung der Ganzkörperkältetherapie bei depressiven Symptomen steht noch am Anfang, doch es gibt erste vielversprechende Hinweise. Es ist entscheidend, diese Studien korrekt einzuordnen und ihre Grenzen zu verstehen. Die Forschung liefert keine Beweise, sondern Hypothesen und erste Daten, die zu weiterer Untersuchung anregen.

Eine bedeutende Arbeit in diesem Feld ist eine randomisierte kontrollierte Studie, die die Wirksamkeit der Ganzkörperkältetherapie als Ergänzung zu einer bestehenden medikamentösen Behandlung bei Depression untersuchte [1]. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt zusätzlich zu ihren Antidepressiva eine Serie von Kälteanwendungen, die Kontrollgruppe setzte nur die medikamentöse Therapie fort. Nach mehreren Wochen zeigten die Teilnehmenden in der Kältekammer-Gruppe eine signifikant stärkere Verbesserung ihrer depressiven Symptome im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Ganzkörperkältetherapie das Ansprechen auf eine Standardtherapie positiv beeinflussen könnte.

Bereits zuvor hatte eine kleinere, nicht kontrollierte Studie mit einer kleinen Stichprobe von Patienten mit depressiven Störungen und Angststörungen positive Effekte beobachtet [3]. Die Autoren stellten fest, dass eine Serie von Kälteanwendungen zu einer deutlichen Reduzierung der Symptome führte und spekulierten über die Rolle der Noradrenalin- und Endorphin-Ausschüttung als möglichen Wirkmechanismus.

Diese Ergebnisse sind ermutigend, müssen aber mit Vorsicht interpretiert werden. Die Studien haben Limitationen. Oft sind die Teilnehmerzahlen relativ klein, was die statistische Aussagekraft begrenzt. Die Beobachtungszeiträume sind meist auf wenige Wochen beschränkt, sodass langfristige Effekte unklar bleiben. Ein zentrales methodisches Problem ist die fehlende Verblindung: Die Teilnehmenden wissen, dass sie eine Kälteanwendung erhalten. Es lässt sich daher nicht ausschließen, dass ein Teil der beobachteten positiven Effekte auf einen Placebo-Effekt, also auf die Erwartungshaltung der Teilnehmenden, zurückzuführen ist. Zudem wurden die Studien an Patientinnen und Patienten mit einer klinisch diagnostizierten Depression durchgeführt. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Personen mit einer leichteren depressiven Verstimmung ist plausibel, aber nicht direkt belegt. Die Forschung zeigt also, dass die Ganzkörperkältetherapie ein vielversprechender Ansatz ist, der weiter erforscht werden muss, um seine genaue Rolle und Wirksamkeit zu klären [5].

Ganzkörperkältetherapie in der Praxis: Ein Besuch bei uns im Allgäu

Wenn Du Dich für eine Kälteanwendung entscheidest, legen wir größten Wert auf eine sorgfältige und persönliche Betreuung. Dein erster Besuch in unserem Studio in Memmingen beginnt mit einem ausführlichen Vorgespräch. Wir erklären Dir den genauen Ablauf, klären Deine Fragen und stellen sicher, dass keine Kontraindikationen vorliegen.

Für die Anwendung selbst benötigst Du nur trockene Badebekleidung, Socken, feste Schuhe, Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz, um die empfindlichen Atemwege zu schützen. Schmuck und Piercings müssen abgelegt werden, und die Haut sollte trocken und frei von Cremes sein.

Die Anwendung in unserer elektrischen Kältekammer, die mittels Wirbelstromkühlung ohne den Einsatz von Stickstoff arbeitet, dauert nur etwa drei Minuten. Während dieser Zeit bist Du über ein Fenster und eine Sprechanlage permanent mit unserem geschulten Personal in Kontakt. Die Kälte ist intensiv, wird aber durch die extreme Trockenheit der Luft als gut erträglich empfunden. Sie fühlt sich anders an als ein Sprung in einen kalten See.

Unmittelbar nach der Sitzung spürst Du, wie die Wärme in Deinen Körper zurückkehrt. Viele beschreiben ein belebendes Kribbeln auf der Haut, ein Gefühl von Leichtigkeit und eine gesteigerte Wachheit. Dieser Soforteffekt ist es, der vielen Menschen guttut. Um möglicherweise nachhaltigere Effekte auf Stimmung und Antrieb zu erzielen, werden in der Praxis und in Studien oft Serien von 10 bis 20 Anwendungen empfohlen, idealerweise in relativ kurzen Abständen [4]. Die genaue Frequenz und Anzahl der Sitzungen sind jedoch individuell und werden im persönlichen Gespräch besprochen.

Wichtige Hinweise und Grenzen der Anwendung

Die Ganzkörperkältetherapie ist eine sehr sichere Anwendung, wenn sie korrekt und unter Beachtung der Kontraindikationen durchgeführt wird. Sie ist jedoch nicht für jeden geeignet. Personen mit folgenden Erkrankungen oder Zuständen sollten von einer Anwendung absehen:

  • Schwere, unbehandelte Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt in den letzten 6 Monaten, instabile Angina Pectoris, schwere Herzrhythmusstörungen)
  • Unbehandelter Bluthochdruck
  • Akute Thrombosen oder Venenentzündungen
  • Raynaud-Syndrom (Weißfingerkrankheit)
  • Kälteallergie
  • Bestimmte Nervenerkrankungen (Polyneuropathien)
  • Offene Wunden oder akute Hauterkrankungen
  • Schwangerschaft

Es ist unerlässlich, dass Du uns vor der ersten Anwendung über alle bekannten Vorerkrankungen informierst. Wir betonen erneut: Unser Angebot ist eine Wellness- und Regenerationsanwendung zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Es stellt keine medizinische Behandlung dar und heilt keine Krankheiten. Eine depressive Verstimmung oder Depression erfordert immer eine professionelle ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung und Begleitung. Die Ganzkörperkältetherapie kann diesen Weg nur ergänzen, niemals ersetzen.

Häufige Fragen

Ersetzt die Ganzkörperkältetherapie meine Medikamente oder eine Psychotherapie?

Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine rein komplementäre, also ergänzende Maßnahme. Sie darf niemals als Ersatz für eine von Ärztinnen oder Ärzten verordnete medikamentöse Behandlung oder eine laufende Psychotherapie gesehen werden. Sprich jede Änderung Deines Behandlungsplans immer mit Deinem behandelnden Therapeuten oder Arzt ab.

Wie schnell spüre ich eine Wirkung auf meine Stimmung?

Die Reaktion ist sehr individuell. Viele Gäste berichten von einem sofortigen Effekt nach der ersten Anwendung, wie einem Gefühl von mehr Energie, Klarheit und einer leichteren Stimmung. Für eine potenziell stabilisierende und nachhaltigere Wirkung auf eine depressive Verstimmung werden in der Regel Anwendungsserien über mehrere Wochen empfohlen.

Ist die extreme Kälte nicht gefährlich?

Die Anwendung ist bei korrekter Durchführung und Beachtung der Kontraindikationen sehr sicher. Die Kälte in der Kammer ist extrem trocken, weshalb sie sich nicht so kalt anfühlt wie feuchte Kälte. Die kurze Anwendungsdauer von nur rund drei Minuten und die ständige Überwachung durch unser Fachpersonal gewährleisten maximale Sicherheit.

Wie oft sollte ich die Ganzkörperkältetherapie bei depressiver Verstimmung anwenden?

Es gibt kein Patentrezept, da die Reaktion individuell ist. Basierend auf Erfahrungen und Studiendesigns [1, 3] werden oft initiale Serien von 10 bis 20 Anwendungen empfohlen, die an 3 bis 5 Tagen pro Woche stattfinden. Danach können die Abstände vergrößert werden, um den Effekt zu erhalten. Wir beraten Dich hierzu gerne persönlich.

Was ist der Unterschied zu einer kalten Dusche zu Hause?

Eine kalte Dusche ist ein guter Anfang, um den Körper an Kältereize zu gewöhnen. Die Ganzkörperkältetherapie bei -110 °C löst jedoch eine weitaus stärkere und systemischere Reaktion des Körpers aus. Die extreme, trockene Kälte führt zu einem intensiveren Reiz auf das Nerven- und Hormonsystem, der mit einer kalten Dusche nicht in dieser Form erreichbar ist.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Kältetherapie?

Die Anwendung ist in der Regel sehr gut verträglich. Unmittelbar nach der Sitzung kann die Haut gerötet sein, was eine normale Reaktion auf die starke Durchblutung ist. Während der Anwendung steigt der Blutdruck kurzzeitig an, normalisiert sich aber danach wieder. Bei Nichtbeachtung der Kontraindikationen oder falscher Vorbereitung (z.B. feuchte Haut) könnten lokale Erfrierungen auftreten, was bei uns durch sorgfältige Einweisung und Überwachung vermieden wird.

Kältetherapie in Memmingen

Die Ganzkörperkältetherapie bei Kältekammer Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei depressive Verstimmung begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.

Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.

Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.

Studien und Quellen

Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Efficacy of the Whole-Body Cryotherapy as Add-on Therapy to Pharmacological Treatment of Depression: A Randomized Controlled Trial

    Rymaszewska J, Lion KM, Pawlik-Sobecka L, et al. (2020), Frontiers in Psychiatry. Randomisierte kontrollierte Studie zur Kälteanwendung als Ergänzung bei Depression.

  2. [2] Whole-body cryostimulation (cryotherapy) provides benefits for fatigue and functional status in multiple sclerosis patients

    Miller E, Kostka J, Wlodarczyk T, Dugue B (2016), Acta Neurologica Scandinavica. Untersuchung zu Fatigue und funktionellem Status bei Multipler Sklerose.

  3. [3] Whole-body cryotherapy as adjunct treatment of depressive and anxiety disorders

    Rymaszewska J, Ramsey D, Chladzinska-Kiejna S (2008), Archivum Immunologiae et Therapiae Experimentalis. Begleitende Kälteanwendung bei depressiven und Angstsymptomen, kleine Stichprobe.

  4. [4] Whole- and partial-body cryostimulation/cryotherapy: Current technologies and practical applications

    Bouzigon R, Grappe F, Ravier G, Dugue B (2016), Journal of Thermal Biology. Übersicht zu Technik, Protokollen und Anwendungsfeldern der Ganzkörperkälte.

  5. [5] Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives

    Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT (2014), Open Access Journal of Sports Medicine. Kritische Einordnung der Datenlage und der physiologischen Erklärungsmodelle.

  6. [6] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature

    Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.

  7. [7] Whole-body cryotherapy in athletes

    Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.

  8. [8] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men

    Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.