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Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag – medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie
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Du sitzt am Schreibtisch, vertieft in deine Arbeit. Draußen ist es mild, doch deine Finger fühlen sich an wie Eiszapfen. Du reibst die Hände aneinander, aber die Wärme verfliegt sofort wieder. Abends auf dem Sofa dasselbe Bild: Obwohl du eine Decke über den Beinen hast, sind deine Füße kalt und fühlen sich irgendwie taub an. Vielleicht kennst du auch dieses Gefühl von schweren, müden Beinen nach einem kurzen Spaziergang oder beim Treppensteigen, das erst nach einer Pause wieder nachlässt. Solche Momente sind mehr als nur eine persönliche Empfindlichkeit gegenüber Kühle. Sie können erste, leise Anzeichen dafür sein, dass dein Blutkreislauf nicht mehr optimal funktioniert. Dieses Thema betrifft weit mehr Menschen, als man denkt, und es schleicht sich oft unbemerkt in den Alltag ein. Bevor wir uns ansehen, wie eine unterstützende Anwendung wie die Ganzkörperkältetherapie hier ansetzen kann, ist es wichtig, das Problem in seiner Tiefe zu verstehen.
Wenn der Blutfluss ins Stocken gerät: Ein stilles Problem
Durchblutungsstörungen sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das auf ein tieferliegendes Problem in deinem Gefäßsystem hinweist. Stell dir deine Blutgefäße wie ein riesiges, fein verästeltes Straßennetz vor. Die Arterien sind die Autobahnen, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in jeden Winkel deines Körpers transportieren. Die Venen sind die Landstraßen, die das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen und zur Lunge bringen. Wenn auf diesen Wegen Engstellen, Blockaden oder „Staus“ entstehen, kommt die Versorgung ins Stocken.
Die Anzeichen dafür können vielfältig sein und hängen davon ab, welcher Körperbereich betroffen ist. Die häufigsten Symptome betreffen die Gliedmaßen, insbesondere die Beine und Füße:
- Kalte Hände und Füße: Auch in warmer Umgebung bleiben die Extremitäten kühl, da nicht genügend warmes Blut ankommt.
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln: Ein Gefühl wie „Ameisenlaufen“ kann darauf hindeuten, dass die Nerven durch den Sauerstoffmangel gereizt sind.
- Blasse oder bläuliche Haut: Die Hautfarbe verändert sich, weil das sauerstoffreiche, rote Blut fehlt.
- Schmerzen bei Belastung: Das bekannteste Symptom ist die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens). Beim Gehen treten krampfartige Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder im Gesäß auf, die dich zum Stehenbleiben zwingen. Nach einer kurzen Pause lässt der Schmerz nach, weil die Muskulatur vorübergehend weniger Sauerstoff benötigt.
- Schlecht heilende Wunden: Kleine Verletzungen an Füßen oder Unterschenkeln heilen nur sehr langsam, da die für die Reparatur notwendigen Nährstoffe und Immunzellen nicht in ausreichender Menge an den Ort des Geschehens gelangen.
- Brüchige Nägel und Haarausfall: An den betroffenen Gliedmaßen kann auch das Nagel- und Haarwachstum gestört sein, weil die Haarwurzeln und Nagelbetten unterversorgt sind.
Diese Anzeichen solltest du unbedingt ernst nehmen. Sie sind nicht nur lästig, sondern ein Warnsignal deines Körpers, das einer ärztlichen Abklärung bedarf. Eine nicht behandelte Durchblutungsstörung kann fortschreiten und ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.
Die verborgenen Ursachen von Durchblutungsstörungen
Die mit Abstand häufigste Ursache für arterielle Durchblutungsstörungen ist die Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als „Arterienverkalkung“ bekannt. Hierbei handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der oft schon in jungen Jahren beginnt und über Jahrzehnte unbemerkt fortschreitet. An den Innenwänden der Arterien kommt es zu kleinen Verletzungen und Entzündungsreaktionen. An diesen Stellen lagern sich Blutfette (insbesondere Cholesterin), Kalk, Bindegewebe und Blutplättchen ab. Diese Ablagerungen nennt man Plaques.
Mit der Zeit werden diese Plaques größer und härter. Sie verengen das Blutgefäß immer mehr, sodass der Durchmesser der „Leitung“ abnimmt und weniger Blut hindurchfließen kann. Man kann es sich wie bei einem alten Wasserrohr vorstellen, das innen immer weiter zuwächst. Irgendwann ist die Engstelle so ausgeprägt, dass die dahinterliegenden Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Besonders kritisch wird es, wenn eine Plaque aufreißt. Dann versucht der Körper, diese „Wunde“ mit einem Blutgerinnsel zu verschließen, was die Arterie schlagartig komplett blockieren kann. Geschieht dies in den Herzkranzgefäßen, kommt es zum Herzinfarkt, im Gehirn zum Schlaganfall.
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die diesen Prozess massiv beschleunigen:
- Rauchen: Nikotin schädigt die Gefäßwände direkt und fördert die Verengung der Arterien.
- Hoher Blutdruck (Hypertonie): Der ständig erhöhte Druck belastet die Gefäßwände und verursacht winzige Risse, die als Ausgangspunkt für Plaques dienen.
- Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen auf Dauer sowohl die großen als auch die kleinen Blutgefäße und die Nerven.
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin): Zu viel „schlechtes“ LDL-Cholesterin im Blut liefert das Baumaterial für die Plaques.
- Bewegungsmangel und Übergewicht: Beides trägt zu hohem Blutdruck, ungünstigen Blutfettwerten und Diabetes bei.
- Chronischer Stress: Stresshormone können den Blutdruck erhöhen und Entzündungsprozesse im Körper fördern.
Seltener können auch entzündliche Gefäßerkrankungen, Gerinnungsstörungen oder Verletzungen zu Durchblutungsstörungen führen.
Der Weg zur Diagnose und die etablierte Therapie
Wenn du die beschriebenen Symptome bei dir feststellst, ist der erste und wichtigste Schritt der Gang zu deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Er oder sie wird deine Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Ein zentraler Bestandteil ist das Tasten der Pulse an den Füßen und in den Kniekehlen. Sind diese schwach oder nicht fühlbar, ist das ein starker Hinweis.
Zur weiteren Abklärung wird oft eine Doppler-Ultraschalluntersuchung gemacht. Mit diesem schmerzlosen Verfahren kann der Blutfluss in den Arterien hörbar und sichtbar gemacht werden. Eine sehr aussagekräftige Messung ist der Knöchel-Arm-Index (ABI). Dabei wird der Blutdruck am Knöchel mit dem am Arm verglichen. Ein niedriger Wert zeigt an, dass in den Beinarterien ein Problem vorliegt. Je nach Befund können weitere bildgebende Verfahren wie eine Angiografie notwendig sein.
Die ärztliche Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Sie ruht immer auf mehreren Säulen:
1. Behandlung der Grunderkrankung: Die Risikofaktoren müssen konsequent angegangen werden. Das bedeutet die optimale Einstellung des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Blutfettwerte durch Medikamente. Ein Rauchstopp ist unerlässlich. 2. Lebensstiländerung: Regelmäßige Bewegung ist zentral. Insbesondere ein konsequentes Gehtraining kann dazu führen, dass der Körper neue, kleine Umgehungskreisläufe (sogenannte Kollateralen) bildet, um die Engstellen zu überbrücken. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung unterstützt das gesamte Herz-Kreislauf-System. 3. Medikamente: Häufig werden blutverdünnende Medikamente (Thrombozytenaggregationshemmer) verschrieben, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. 4. Interventionelle oder operative Verfahren: Bei fortgeschrittenen Stadien können verengte Gefäße mit einem Ballonkatheter aufgedehnt (Angioplastie) und mit einem kleinen Röhrchen (Stent) offengehalten werden. In schweren Fällen kann auch eine Bypass-Operation notwendig sein, bei der die Engstelle mit einem körpereigenen oder künstlichen Gefäß überbrückt wird.
Wichtig ist zu verstehen: Jede weitere unterstützende Maßnahme, wie zum Beispiel die Ganzkörperkältetherapie, kann dieses Fundament nur ergänzen, niemals ersetzen. Sie ist eine Wellness- und Regenerationsanwendung, die im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes zur Verbesserung des Wohlbefindens beitragen kann. Die medizinische Abklärung hat immer Vorrang.
Kältereiz als Training für die Gefäße: Wie Ganzkörperkältetherapie unterstützen kann
Wie kann nun extreme Kälte bei einem Problem helfen, das sich oft durch ein Kältegefühl äußert? Der Gedanke erscheint zunächst widersprüchlich. Der Schlüssel liegt jedoch in der gezielten, sehr kurzen und intensiven Anwendung des Kältereizes und der Reaktion des Körpers darauf. Die Ganzkörperkältetherapie bei -110 °C ist kein langsames Auskühlen, sondern ein thermischer Schock, der eine Kaskade von physiologischen Reaktionen auslöst.
Wenn du für rund drei Minuten die Kältekammer betrittst, reagiert dein Körper sofort. Die Kälterezeptoren in deiner Haut senden ein Alarmsignal an das Gehirn: „Achtung, extreme Kälte!“ Das vegetative Nervensystem reagiert darauf mit einer starken Verengung der peripheren Blutgefäße (Vasokonstriktion). Das Blut wird aus der Körperschale, also aus Haut und Muskulatur der Arme und Beine, abgezogen und ins Körperinnere umverteilt. Dies ist ein uralter Schutzmechanismus, der die lebenswichtigen Organe und das Gehirn vor dem Auskühlen bewahren soll.
Der entscheidende Moment kommt jedoch nach der Kälteanwendung. Sobald du die Kammer verlässt und in die normale Raumtemperatur zurückkehrst, registriert dein Körper das Ende der „Gefahr“. Er kehrt den Prozess um. Die zuvor stark verengten Gefäße weiten sich nun maximal (reaktive Vasodilatation). Das zentrale, sauerstoffreiche Blut strömt mit erhöhtem Druck zurück in die Peripherie. Viele unserer Gäste hier in Memmingen beschreiben dies als ein intensives, angenehmes Kribbeln und ein Gefühl von durchströmender Wärme in Händen und Füßen.
Dieser Wechsel aus maximaler Verengung und anschließender Weitung kann als eine Art „Gefäßtraining“ oder „Gefäßgymnastik“ verstanden werden. Die Elastizität der Gefäßwände kann dadurch angeregt werden. Thermografische Untersuchungen haben gezeigt, wie die Hauttemperatur nach der Kälteanwendung deutlich ansteigt, was diese starke reaktive Durchblutung sichtbar macht [8]. Ziel ist es, durch wiederholte Anwendungen diesen Trainingseffekt zu nutzen und die Fähigkeit der Gefäße zur Regulation zu verbessern. Dieser Prozess kann potenziell die Mikrozirkulation, also die Durchblutung in den kleinsten Blutgefäßen, anregen.
Was die Forschung zeigt: Der aktuelle Stand zur Ganzkörperkältetherapie
Die wissenschaftliche Erforschung der Ganzkörperkältetherapie ist ein dynamisches Feld, aber es ist wichtig, die Ergebnisse mit der gebotenen Vorsicht zu betrachten. Direkte, großangelegte Studien, die den Effekt der Ganzkörperkältetherapie speziell auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) untersuchen, sind bisher rar. Die meisten Erkenntnisse stammen aus Untersuchungen zu anderen Anwendungsgebieten, aus denen sich jedoch interessante Hypothesen ableiten lassen.
Ein zentraler Mechanismus, der im Zusammenhang mit Arteriosklerose eine Rolle spielt, sind chronische Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden. Hierzu gibt es Hinweise aus der Forschung. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen legt nahe, dass Kälte einen entzündungshemmenden Effekt haben könnte [1]. In einer anderen Studie mit gesunden Männern wurde beobachtet, dass eine Serie von Kälteanwendungen den Spiegel des Entzündungsmarkers Interleukin-6 (IL-6) beeinflussen könnte [3]. Obwohl diese Studien nicht an Patienten mit Durchblutungsstörungen durchgeführt wurden, deuten sie auf ein grundlegendes Potenzial der Kälte hin, Entzündungsreaktionen im Körper zu modulieren. Da Entzündungen eine treibende Kraft der Arteriosklerose sind, ist dieser Aspekt wissenschaftlich von großem Interesse.
Ein weiterer Faktor bei der Entstehung von Gefäßschäden ist oxidativer Stress. Das ist ein Zustand, bei dem schädliche freie Radikale im Körper überhandnehmen und Zellstrukturen angreifen. Eine Untersuchung deutet darauf hin, dass eine Serie von Sitzungen in der Kältekammer bei gesunden Männern die antioxidative Kapazität des Körpers stärken und Marker für oxidativen Stress reduzieren könnte [2]. Auch hier gilt die Einschränkung: Die Ergebnisse stammen von gesunden Probanden und lassen sich nicht direkt auf Menschen mit bestehenden Gefäßerkrankungen übertragen. Sie liefern aber einen Anhaltspunkt für einen möglichen Wirkmechanismus, der weiter erforscht wird.
Übersichtsarbeiten zur Anwendung im Leistungssport fassen zudem zusammen, dass die Ganzkörperkältetherapie genutzt wird, um die Regeneration zu beschleunigen. Als mögliche Mechanismen werden hier unter anderem eine verbesserte Durchblutung, ein schnellerer Abtransport von Stoffwechselprodukten und eine Reduktion von Entzündungsreaktionen nach Belastung diskutiert [5]. Auch wenn die Ziele im Sport andere sind, beruhen die Effekte auf den gleichen physiologischen Grundlagen. Die Grenzen der aktuellen Forschung liegen in oft kleinen Teilnehmerzahlen, kurzen Beobachtungszeiträumen und dem Fehlen von Placebo-Kontrollgruppen, was bei einer Kälteanwendung methodisch sehr schwierig ist. Die bisherigen Ergebnisse sind daher als vielversprechende Hinweise zu werten, die weitere, gezielte Forschung erfordern.
Deine drei Minuten bei uns in Memmingen: Der Ablauf der Kälteanwendung
Falls du nach ärztlicher Rücksprache die Ganzkörperkältetherapie als unterstützende Maßnahme für dich in Betracht ziehst, ist es hilfreich zu wissen, was dich erwartet. Dein Wohlbefinden und deine Sicherheit stehen bei uns im Studio Kältekammer Memmingen an erster Stelle.
Zuerst führen wir ein ausführliches Vorgespräch, in dem wir den Ablauf erklären und sicherstellen, dass keine Kontraindikationen vorliegen. Danach ziehst du dich bis auf trockene Badebekleidung um. Zum Schutz der empfindlichsten Körperstellen bekommst du von uns feste Schuhe, Socken, Handschuhe, ein Stirnband und einen Mund-Nasen-Schutz. Die trockene Kälte macht das Tragen von mehr Kleidung unnötig und sogar kontraproduktiv.
Anschließend betrittst du die Kammer. Die Luft ist absolut trocken, weshalb sich die -110 °C völlig anders anfühlen als feuchte Winterkälte. Es ist ein intensives, aber für die meisten Menschen gut erträgliches Gefühl auf der Haut. Während der gesamten Anwendungsdauer von maximal drei Minuten bleibst du in Bewegung, gehst langsam auf der Stelle, um den Kreislauf zu unterstützen. Wir sind die ganze Zeit über Sicht- und Sprechkontakt mit dir verbunden.
Nach den drei Minuten verlässt du die Kammer. Du wirst sofort das Gefühl von zurückkehrender Wärme spüren, oft begleitet von einem angenehmen Kribbeln auf der Haut. Viele beschreiben ein Gefühl von Frische, Klarheit und Energie. Das Erlebnis ist für jeden etwas anders und hängt auch von der individuellen Konstitution ab [7]. Im Anschluss kannst du dich in unserem Ruheraum langsam wieder akklimatisieren. Ein kleiner Spaziergang durch das schöne Unterallgäu kann die reaktive Durchblutung zusätzlich fördern und das Erlebnis abrunden.
Wichtige Grenzen und Risiken: Wann Vorsicht geboten ist
Die Ganzkörperkältetherapie ist eine intensive Anwendung und nicht für jeden geeignet. Gerade bei vorbelastetem Herz-Kreislauf-System ist besondere Vorsicht geboten und eine ärztliche Freigabe zwingend erforderlich. Die massive Verengung der peripheren Gefäße erhöht kurzfristig den Blutdruck im Körperkern.
Absolute Kontraindikationen sind unter anderem:
- Unbehandelter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck
- Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten sechs Monaten
- Instabile Angina Pectoris, schwere Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen
- Zustand nach einer Bypass-Operation oder dem Einsetzen eines Stents (hier ist eine längere Wartezeit und explizite ärztliche Freigabe nötig)
- Thrombosen oder schwere Venenerkrankungen
- Morbus Raynaud (eine Gefäßerkrankung, bei der Kälte Anfälle von Gefäßkrämpfen auslöst)
- Kälteallergie (Kälteurtikaria)
- Bestimmte Nervenerkrankungen (Polyneuropathien), bei denen das Temperaturempfinden gestört ist
Diese Liste ist nicht vollständig. Deshalb ist das ehrliche und offene Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Ärztin die Grundlage für eine sichere Anwendung. Die Ganzkörperkältetherapie bei uns ist eine Wellness- und Regenerationsmaßnahme zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und ersetzt keine medizinische Behandlung [6].
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Ganzkörperkältetherapie zur Unterstützung anwenden?
Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Oft wird zu Beginn eine Serie von etwa zehn Anwendungen in einem relativ kurzen Zeitraum (z. B. zwei bis drei Wochen) empfohlen, um einen ersten Impuls zu setzen. Danach können die Abstände individuell angepasst werden. Sprich deine Ziele und Wünsche unbedingt mit uns und vor allem mit deinem behandelnden Arzt ab.
Ist die extreme Kälte nicht gefährlich für meine bereits beeinträchtigten Gefäße?
Diese Frage ist berechtigt. Der Schlüssel liegt in der Kürze der Anwendung und der ärztlichen Vorabklärung. Der Kältereiz wirkt nur oberflächlich und führt nicht zu einer tiefen Auskühlung des Gewebes. Die Gefahr bestünde bei Krankheitsbildern wie dem Raynaud-Syndrom, die aber eine klare Kontraindikation darstellen. Bei einer pAVK ohne solche Begleiterkrankungen steht der Trainingseffekt durch die reaktive Gefäßerweiterung im Vordergrund.
Was spüre ich direkt nach der Kältetherapie?
Unmittelbar nach dem Verlassen der Kammer spüren die meisten Menschen ein starkes Kribbeln auf der Haut, gefolgt von einer tiefen, angenehmen Wärme, die sich im ganzen Körper ausbreitet. Die Haut kann vorübergehend gerötet sein. Viele berichten auch von einem Gefühl der mentalen Klarheit und körperlichen Leichtigkeit.
Ersetzt die Kälteanwendung eine ärztliche Behandlung meiner Durchblutungsstörung?
Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine rein unterstützende Maßnahme, die im Rahmen eines gesunden Lebensstils zur Steigerung des Wohlbefindens beitragen kann. Die von deinem Arzt verordnete Therapie (Medikamente, Bewegungstraining etc.) bildet immer die Basis und muss konsequent fortgeführt werden.
Kann die Ganzkörperkältetherapie auch bei Schmerzen helfen, die mit der Durchblutungsstörung einhergehen?
Kälte ist für ihre schmerzlindernde (analgetische) Wirkung bekannt. Sie kann die Leitungsgeschwindigkeit von Nervenfasern verlangsamen und so die Schmerzwahrnehmung dämpfen. Insbesondere bei entzündlichen Begleitprozessen berichten viele Anwender von einer Linderung ihrer Beschwerden, was auch durch erste wissenschaftliche Daten gestützt wird [1]. Dies kann ein willkommener Nebeneffekt sein.
Kältetherapie in Memmingen
Die Ganzkörperkältetherapie bei Kältekammer Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Durchblutungsstörungen begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.
Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.
Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.
Studien und Quellen
Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review
Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugue B, Prati C, Wendling D (2014), Expert Review of Clinical Immunology. Systematische Übersicht zu Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
- [2] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men
Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.
- [3] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?
Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.
- [4] Whole-body cryostimulation (cryotherapy) provides benefits for fatigue and functional status in multiple sclerosis patients
Miller E, Kostka J, Wlodarczyk T, Dugue B (2016), Acta Neurologica Scandinavica. Untersuchung zu Fatigue und funktionellem Status bei Multipler Sklerose.
- [5] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature
Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.
- [6] Whole-body cryotherapy in athletes
Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.
- [7] Anthropometric characteristics and sex influence magnitude of skin cooling following exposure to whole body cryotherapy
Hammond LE, Cuttell S, Nunley P, Meyler J (2014), BioMed Research International. Hautkühlung in Abhängigkeit von Körperbau und Geschlecht.
- [8] Thermography study of skin response due to whole-body cryotherapy
Cholewka A, Stanek A, Sieron A, Drzazga Z (2012), Skin Research and Technology. Thermografische Beobachtung der Hautreaktion auf Ganzkörperkälte.