Stoffwechsel & Hormone

Hashimoto & Schilddrüse: Ein Ratgeber

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto stellt den Alltag auf den Kopf. Wie Kälteanwendungen als ergänzende Maßnahme zur Linderung von Beschwerden beitragen können.

KI-generiertHashimoto & Schilddrüse: Ein Ratgeber – KI-generiertes Symbolbild
Hashimoto & Schilddrüse: Ein Ratgeber. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person oder Behandlungssituation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act).

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Helga Maria Freitag, Gründerin und Podologin in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag medizinische Fußpflege / Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie / Kältetherapie

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Der unsichtbare Kampf: Wenn der eigene Körper zur Last wird

Der Wecker klingelt, aber Du fühlst Dich, als hättest Du kein Auge zugetan. Jeder Knochen schmerzt, das Denken fällt schwer, als läge ein dichter Nebel über Deinem Verstand. Du frierst, obwohl die Heizung läuft, und Deine Haut ist trocken und spannt. Vielleicht bemerkst Du auch, dass Deine Haare dünner werden oder die Waage unerklärliche Zahlen anzeigt, obwohl Du an Deiner Ernährung nichts geändert hast. Dieses Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein, ständig gegen eine unsichtbare Kraft ankämpfen zu müssen, kennen viele Menschen mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis nur zu gut. Es ist ein täglicher Marathon, der nicht nur körperliche, sondern auch seelische Kraft kostet.

In diesem Zustand suchen viele Betroffene nach Wegen, ihren Körper zu unterstützen und die Lebensqualität zurückzugewinnen, die ihnen die Erkrankung raubt. Sie möchten wieder Energie für den Alltag, für die Familie, für Hobbys haben. Neben der unerlässlichen ärztlichen Behandlung rücken dabei auch komplementäre Ansätze in den Fokus, die auf das Wohlbefinden und die Linderung einzelner Symptome abzielen. Eine dieser Methoden, die in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist die Ganzkörperkältetherapie. Sie verspricht keine Heilung, kann aber für manche ein wertvoller Baustein im persönlichen Gesundheitsmanagement sein, um dem Gefühl der ständigen Erschöpfung und Entzündung etwas entgegenzusetzen.

Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Blick hinter die Symptome

Um zu verstehen, wie eine unterstützende Maßnahme ansetzen kann, müssen wir zunächst die Erkrankung selbst beleuchten. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion in Ländern mit ausreichender Jodversorgung. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, Dein Immunsystem, das eigentlich Krankheitserreger abwehren sollte, richtet sich irrtümlicherweise gegen den eigenen Körper. Im Fall von Hashimoto greift es das Gewebe der Schilddrüse an.

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im vorderen Halsbereich. Sie ist die Kommandozentrale Deines Stoffwechsels. Ihre Hormone, Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), steuern unzählige Prozesse:

  • Deinen Energieverbrauch und Deine Körpertemperatur
  • Die Aktivität von Herz, Kreislauf und Verdauung
  • Das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln
  • Deine psychische Verfassung und kognitive Leistungsfähigkeit

Durch den andauernden Angriff der Immunzellen kommt es in der Schilddrüse zu einer chronischen Entzündung. Langfristig führt dieser Prozess zur Zerstörung des hormonproduzierenden Gewebes. Die Schilddrüse kann ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, es kommt zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die Symptome entwickeln sich oft schleichend über Jahre und sind sehr vielfältig, was die Diagnose erschweren kann. Neben der bereits beschriebenen Müdigkeit, dem Frieren und der Gewichtszunahme können auch depressive Verstimmungen, Zyklusstörungen bei Frauen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Verdauungsprobleme auftreten. Der Körper läuft permanent auf Sparflamme.

Der Weg zur Diagnose: Was Dein Arzt untersucht

Wenn Du die genannten Symptome bei Dir wiedererkennst, ist der erste und wichtigste Schritt der Gang zu Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Nur medizinisches Fachpersonal kann eine gesicherte Diagnose stellen und andere Ursachen für Deine Beschwerden ausschließen. Eine Selbstdiagnose ist gefährlich und fahrlässig.

Die Diagnostik für Hashimoto-Thyreoiditis stützt sich auf drei Säulen:

1. Das Anamnesegespräch: Hier schilderst Du Deine Beschwerden und Deine Krankengeschichte. Auch familiäre Vorbelastungen mit Schilddrüsenerkrankungen sind relevant. 2. Die Blutuntersuchung: Dies ist der entscheidende Teil. Der Arzt bestimmt verschiedene Werte.

  • TSH (Thyreotropin): Dieses Hormon aus der Hirnanhangdrüse stimuliert die Schilddrüse. Ein erhöhter TSH-Wert ist oft das erste Anzeichen einer Unterfunktion. Der Körper versucht, die träge Schilddrüse "anzufeuern".
  • Freie Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4): Sind diese Werte niedrig, bestätigt das die Unterfunktion.
  • Antikörper: Entscheidend für die Diagnose "Hashimoto" ist der Nachweis spezifischer Antikörper. Dazu gehören die TPO-Antikörper (gegen die thyreoidale Peroxidase) und seltener die Tg-Antikörper (gegen Thyreoglobulin). Sind diese erhöht, belegt das den Autoimmunprozess.

3. Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Mit dem Ultraschall kann der Arzt die Größe, Struktur und Durchblutung Deiner Schilddrüse beurteilen. Bei Hashimoto zeigt sich typischerweise ein echoarmes, also dunkles und oft inhomogenes Gewebe, was auf die entzündliche Zerstörung hindeutet.

Steht die Diagnose fest, beginnt die Planung der Therapie. Dieser Weg muss immer in enger Abstimmung mit Deinem behandelnden Endokrinologen oder Hausarzt erfolgen.

Die Säulen der konventionellen Behandlung

Die etablierte Standardtherapie der durch Hashimoto verursachten Schilddrüsenunterfunktion ist unkompliziert und wirksam: der Ersatz des fehlenden Hormons. Betroffene nehmen täglich eine Tablette mit dem künstlich hergestellten Schilddrüsenhormon Levothyroxin (L-Thyroxin) ein, meist morgens auf nüchternen Magen.

Das Ziel dieser Substitutionstherapie ist es, die Hormonwerte im Blut zu normalisieren und den TSH-Wert in einen Zielbereich zu senken. Dadurch werden die Symptome der Unterfunktion in der Regel deutlich gebessert oder verschwinden ganz. Die richtige Dosis zu finden, ist ein individueller Prozess, der regelmäßige Blutkontrollen erfordert und einige Wochen bis Monate dauern kann. Die Behandlung ist fast immer lebenslang notwendig, da das zerstörte Schilddrüsengewebe nicht nachwächst.

Wichtig zu verstehen ist: Die Hormonersatztherapie behandelt die Folge der Erkrankung, also den Hormonmangel. Sie behandelt jedoch nicht die Ursache, den zugrunde liegenden Autoimmunprozess mit seiner chronischen Entzündung. Viele Betroffene fühlen sich zwar unter L-Thyroxin deutlich besser, leiden aber weiterhin unter Restbeschwerden wie Leistungsschwankungen, Konzentrationsstörungen oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Hier setzen komplementäre Ansätze an, die das Ziel haben, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern und den Körper im Umgang mit den chronischen Entzündungsprozessen zu unterstützen.

Ganzkörperkältetherapie als ergänzender Baustein?

Hier kommt die Anwendung in der Kältekammer ins Spiel. Es muss unmissverständlich klargestellt werden: Die Ganzkörperkältetherapie ist keine Heilmethode für Hashimoto-Thyreoiditis und ersetzt keinesfalls die ärztlich verordnete Hormontherapie. Sie ist eine Wellness- und Regenerationsanwendung, die als ergänzende Maßnahme zur Linderung bestimmter Symptome und zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen kann.

Der Gedanke dahinter ist, den Körper einem extremen, aber sehr kurzen Kältereiz auszusetzen. Bei uns im Studio in Memmingen verbringst Du rund drei Minuten in einer Kammer bei -110 °C. Diese Kälte ist durch die Wirbelstromkühlung extrem trocken, weshalb sie als weniger unangenehm empfunden wird als ein Bad in eiskaltem Wasser. Was passiert dabei im Körper?

Der plötzliche Temperaturabfall löst eine Reihe von physiologischen Reaktionen aus. Der Körper versucht, seine Kerntemperatur stabil zu halten. Die Blutgefäße in der Peripherie, also in Armen und Beinen, ziehen sich schlagartig zusammen. Das Blut wird in den Körperkern zentralisiert. Nach der Anwendung, wenn Du wieder in die normale Umgebungstemperatur trittst, weiten sich die Gefäße wieder. Das Blut strömt zurück in die Peripherie, was oft als angenehmes Kribbeln oder intensive Wärme wahrgenommen wird.

Viele unserer Gäste, darunter auch solche mit autoimmunen Hintergründen, berichten von verschiedenen positiven Effekten nach einer Serie von Kälteanwendungen:

  • Ein Gefühl von Frische und mentaler Klarheit, das dem "Gehirnnebel" entgegenwirken kann.
  • Eine spürbare Belebung und ein Energieschub, der der chronischen Fatigue etwas entgegensetzt.
  • Eine Linderung von Muskel- und Gelenkbeschwerden, die bei Hashimoto häufig auftreten.

Die Idee ist, dass der starke Kältereiz systemische Reaktionen anstoßen könnte, die sich positiv auf Entzündungsregulation und Schmerzempfinden auswirken. Die Anwendung zielt nicht direkt auf die Schilddrüse, sondern auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen im gesamten Organismus.

Was die Forschung zeigt

Die wissenschaftliche Datenlage zur Ganzkörperkältetherapie speziell bei Hashimoto-Thyreoiditis ist bisher nicht existent. Es gibt keine Studien, die sich gezielt mit dieser Patientengruppe befassen. Um mögliche Wirkmechanismen zu verstehen, müssen wir daher auf Untersuchungen mit gesunden Probanden oder Sportlern zurückgreifen und deren Ergebnisse sehr vorsichtig interpretieren. Die hier gezogenen Rückschlüsse sind hypothetisch und bedürfen dringend weiterer Forschung.

Ein zentrales Thema bei Hashimoto ist die chronische Entzündung. Einige Studien haben die Auswirkungen von Kälteserien auf Entzündungsmarker im Blut untersucht. So wurde in einer Untersuchung mit gesunden Männern nach zehn Kälteanwendungen eine Veränderung des Spiegels von Interleukin-6 (IL-6) beobachtet [8]. IL-6 ist ein Zytokin, das sowohl entzündungsfördernde als auch entzündungshemmende Eigenschaften haben kann. Auch Übersichtsartikel zu Sportlern weisen darauf hin, dass Ganzkörperkälte die Ausschüttung bestimmter entzündungsregulierender Botenstoffe beeinflussen könnte [1]. Diese Ergebnisse deuten an, dass der Kältereiz potenziell in die komplexen Entzündungskaskaden des Körpers eingreifen kann. Ob und wie dies bei einer autoimmunen Entzündung wie Hashimoto relevant ist, bleibt jedoch unklar.

Ein weiterer Aspekt ist der oxidative Stress. Dieser entsteht, wenn im Körper ein Ungleichgewicht zwischen schädlichen freien Radikalen und schützenden Antioxidantien herrscht. Chronische Entzündungen gehen oft mit erhöhtem oxidativem Stress einher. Eine Studie an gesunden Männern konnte zeigen, dass eine Serie von Kälteanwendungen die Aktivität antioxidativer Enzyme erhöhen und Marker für oxidativen Stress senken konnte [2]. Eine mögliche Reduktion von oxidativem Stress könnte eine allgemeine entlastende Wirkung auf den Organismus haben.

Für viele Hashimoto-Betroffene sind die lähmende Müdigkeit und der verlangsamte Stoffwechsel die größten Belastungen. Auch hier geben Studien vorsichtige Hinweise. Untersuchungen deuten auf mögliche Einflüsse der Kältetherapie auf Stoffwechselparameter hin [3]. In einer anderen Arbeit wurde nach zehn Sitzungen eine Verbesserung der aeroben und anaeroben Leistungsfähigkeit bei den Teilnehmern festgestellt [4]. Eine solche Steigerung der Leistungsfähigkeit könnte der empfundenen Fatigue entgegenwirken.

Es ist jedoch essenziell, die Grenzen dieser Forschung zu betonen. Die Studien wurden meist mit kleinen Gruppen von jungen, gesunden Männern oder Leistungssportlern durchgeführt [2, 8]. Die Ergebnisse sind daher nicht ohne Weiteres auf Menschen, insbesondere Frauen, mit einer chronischen Autoimmunerkrankung übertragbar [6]. Die Beobachtungszeiträume sind oft kurz und Langzeiteffekte sind unbekannt. Die genauen physiologischen Mechanismen sind in vielen Bereichen noch nicht vollständig verstanden und werden weiter erforscht [6]. Die vorhandenen Daten erlauben also keine kausalen Schlüsse für Hashimoto, sie liefern lediglich plausible Hypothesen, warum manche Betroffene die Anwendung als wohltuend empfinden.

Dein Besuch in der Kältekammer: Ablauf und Empfindungen

Solltest Du Dich nach ärztlicher Rücksprache für einen Besuch bei uns in Memmingen entscheiden, erwartet Dich ein einfacher und sicherer Ablauf. Beim ersten Mal führen wir ein ausführliches Gespräch, klären alle Deine Fragen und prüfen gemeinsam die Kontraindikationen.

Für die Anwendung selbst benötigst Du nur Badebekleidung, dicke Socken, Handschuhe, ein Stirnband oder eine Mütze zum Schutz der Ohren und einen Mund-Nasen-Schutz. Schmuck und Piercings müssen abgelegt werden, und die Haut muss absolut trocken sein.

Dann betrittst Du die Vorkammer und schließlich die Hauptkammer mit den besagten -110 °C. Die drei Minuten mögen lang klingen, vergehen aber durch die ständige leichte Bewegung, die Du in der Kammer ausführst, sehr schnell. Die trockene Kälte fühlt sich an wie ein eisiger Wind an einem klaren Wintertag in den Bergen des Allgäus, aber ohne die unangenehme Nässe. Du wirst von unserem geschulten Personal die ganze Zeit über begleitet und betreut.

Unmittelbar nach der Anwendung, zurück in der Wärme, beginnt der Körper zu reagieren. Viele beschreiben ein intensives, angenehmes Kribbeln auf der ganzen Haut. Eine Welle der Wärme durchflutet den Körper, die Durchblutung wird stark angeregt. Häufig stellen sich eine unmittelbare Erfrischung und ein Gefühl der Wachheit ein. Dieser belebende Effekt kann mehrere Stunden anhalten. Ob und wie sich langfristigere Effekte auf Dein Energielevel oder Dein Schmerzempfinden einstellen, ist sehr individuell und hängt oft von einer regelmäßigen Anwendung in Serie ab.

Wichtige Hinweise und Grenzen der Kältetherapie

Die Ganzkörperkältetherapie ist eine intensive Anwendung und nicht für jeden geeignet. Eine absolute Grundvoraussetzung, besonders bei einer vorliegenden Grunderkrankung wie Hashimoto, ist das Einverständnis Deines behandelnden Arztes.

Es gibt klare Kontraindikationen, bei denen eine Kälteanwendung nicht durchgeführt werden darf. Dazu zählen unter anderem:

  • Akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate, instabile Angina Pectoris)
  • Unbehandelter, stark erhöhter Blutdruck
  • Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Raynaud-Syndrom
  • Schwangerschaft
  • Akute fieberhafte Infekte
  • Kälteallergie

Speziell bei Hashimoto ist die ausgeprägte Kälteintoleranz zu bedenken. Der Gedanke an -110 °C kann abschreckend wirken. Es ist wichtig zu wissen, dass die trockene Kälte in der Kammer anders wirkt als feuchte Kälte im Alltag. Dennoch gilt: Höre auf Deinen Körper. Wir können die Anwendungsdauer individuell anpassen und mit kürzeren Zeiten beginnen. Solltest Du Dich extrem unwohl fühlen, kannst Du die Kammer jederzeit verlassen. Die Anwendung sollte eine unterstützende Maßnahme sein, kein zusätzlicher Stressfaktor. Sie ist ein Angebot zur Steigerung des Wohlbefindens im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes, der immer die ärztliche Therapie als Fundament hat.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich zur Kältetherapie kommen?

Das ist sehr individuell und hängt von Deinen Zielen ab. Viele beginnen mit einer Startserie von etwa zehn Anwendungen innerhalb von zwei bis drei Wochen, um eine erste Reaktion des Körpers zu sehen. Anschließend können die Abstände je nach Bedarf und Empfinden auf ein bis zwei Mal pro Woche oder seltener ausgedehnt werden.

Ist die Kälte bei Hashimoto nicht kontraproduktiv?

Das ist eine berechtigte Frage, da Kälteintoleranz ein Hauptsymptom ist. Der entscheidende Unterschied ist die Art und Dauer des Reizes. Der sehr kurze, intensive und trockene Kältereiz in der Kammer zielt auf eine Reizreaktion des Körpers ab, nicht auf ein langes Auskühlen wie im Alltag. Wichtig ist, langsam zu starten und auf die eigenen Körpersignale zu achten.

Ersetzt die Kältetherapie meine Schilddrüsenhormone?

Nein, auf keinen Fall. Die Ganzkörperkältetherapie ist eine rein komplementäre Maßnahme zur Unterstützung des Wohlbefindens. Die von Deinem Arzt verordnete Einnahme von L-Thyroxin ist die Basistherapie der Schilddrüsenunterfunktion und darf niemals eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden.

Spüre ich sofort einen Effekt?

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Viele Menschen berichten von einem sofortigen Frische- und Energiekick direkt nach der Anwendung. Effekte, die Symptome wie Müdigkeit oder Schmerzen betreffen, stellen sich oft erst im Laufe einer Serie von mehreren Anwendungen ein.

Warum ist die ärztliche Abklärung so wichtig?

Deine Ärztin oder Dein Arzt kennt Deine gesamte Krankengeschichte und Deine aktuellen Blutwerte. Nur sie können beurteilen, ob aus medizinischer Sicht etwas gegen eine Kälteanwendung spricht und ob diese sicher in Dein bestehendes Therapiekonzept integriert werden kann. Sicherheit hat immer oberste Priorität.

Was muss ich vor meinem ersten Termin beachten?

Am wichtigsten ist die ärztliche Freigabe. Komme mit vollständig trockener Haut und trockenen Haaren zum Termin. Trage keine Cremes oder Lotionen auf. Entferne sämtlichen metallischen Schmuck und Piercings. Wir besprechen alles Weitere in Ruhe vor Ort.

Kältetherapie in Memmingen

Die Ganzkörperkältetherapie bei Kältekammer Memmingen ist eine kurze, trockene Kälteanwendung bei bis zu –110 °C. Eine Sitzung dauert rund drei Minuten. Wer Kältetherapie bei Hashimoto und Schilddrüse begleitend nutzen möchte, klärt die Eignung vorab ärztlich ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Behandlung, sie kann sie im Alltag ergänzen.

Wie eine Sitzung genau abläuft, was Du mitbringst und worauf Du direkt danach achtest, steht im Ablauf der Kältetherapie. Welche Effekte in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden, findest Du unter mögliche Wirkungen der Kältetherapie. Gegenanzeigen sammeln wir in den wichtigen Hinweisen.

Regelmäßige Kältetherapie ist planbar: Einzelsitzung, Karten oder Flatrate stehen in den Preisen. Fragen zur Ganzkörperkältetherapie beantworten wir gern persönlich.

Studien und Quellen

Diese peer-reviewten Publikationen bilden die Grundlage der im Text beschriebenen Studienlage. Sie zeigen mögliche Effekte, keine gesicherte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature

    Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017), Frontiers in Physiology. Review zu Effekten auf Entzündungs-, Muskel- und Stoffwechselmarker bei Sportlern.

  2. [2] Whole-body cryostimulation as an effective method of reducing oxidative stress in healthy men

    Stanek A, Cholewka A, Wielkoszynski T, Romuk E, Sieron K, Sieron A (2016), Advances in Clinical and Experimental Medicine. Untersuchung von Markern des oxidativen Stresses nach Kälteserien.

  3. [3] Related Actions of Whole-Body Cryostimulation on Body Composition, Metabolic and Cardiovascular Parameters

    Legrand F, Dugue B, Costello J, et al. (2021), Frontiers in Physiology. Beobachtungen zu Körperzusammensetzung sowie Stoffwechsel- und Kreislaufparametern.

  4. [4] Influence of the ten sessions of the whole body cryostimulation on aerobic and anaerobic capacity

    Klimek AT, Lubkowska A, Szygula Z, Chudecka M, Fraczek B (2010), International Journal of Occupational Medicine and Environmental Health. Serie von zehn Kälteanwendungen und deren Effekt auf die Leistungsfähigkeit.

  5. [5] Whole- and partial-body cryostimulation/cryotherapy: Current technologies and practical applications

    Bouzigon R, Grappe F, Ravier G, Dugue B (2016), Journal of Thermal Biology. Übersicht zu Technik, Protokollen und Anwendungsfeldern der Ganzkörperkälte.

  6. [6] Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives

    Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT (2014), Open Access Journal of Sports Medicine. Kritische Einordnung der Datenlage und der physiologischen Erklärungsmodelle.

  7. [7] Whole-body cryotherapy in athletes

    Banfi G, Lombardi G, Colombini A, Melegati G (2010), Sports Medicine. Frühe Übersichtsarbeit zu Anwendung und Sicherheitsaspekten im Sport.

  8. [8] Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL6 and total oxidative and antioxidative status in healthy men?

    Lubkowska A, Szygula Z, Klimek AJ, Torii M (2010), European Journal of Applied Physiology. Messung von Leukozyten, Interleukin-6 und antioxidativem Status bei gesunden Männern.